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   * ''Schmauks, Dagmar''\\ //Landkarten als synoptisches Medium.//\\ Zeitschrift für Semiotik 20.1-1 (1998) 244 (Aufsatzsammlung)   * ''Schmauks, Dagmar''\\ //Landkarten als synoptisches Medium.//\\ Zeitschrift für Semiotik 20.1-1 (1998) 244 (Aufsatzsammlung)
   * ''Schmauks, Dagmar''\\ //Orts- und Richtungsangaben in Wanderführern eine linguistische Analyse//\\  (= Universität des Saarlandes, 3) Saarbrücken 17 S.    * ''Schmauks, Dagmar''\\ //Orts- und Richtungsangaben in Wanderführern eine linguistische Analyse//\\  (= Universität des Saarlandes, 3) Saarbrücken 17 S. 
-  * ''Schmauks, Dagmar''\\ //Spuren und Wege Information und Täuschung im Kontext der Fortbewegung.//\\ (=Universität des Saarlandes, 26) Saarbrücken 1998, 16 S. +  * ''Schmauks, Dagmar''\\ //Spuren und Wege Information und Täuschung im Kontext der Fortbewegung.//\\ (=Universität des Saarlandes, 26) Saarbrücken 1998, 16 S
 +  * ''Holenstein, E.''\\ //Natürliche Grenzen der kulturellen Verschiedenheit.//\\ S. 243–260 in: Seitz, S., Graneß, A., Stenger, G. (Hg.): Facetten gegenwärtiger Bildtheorie. Reihe Interkulturelle Philosophie. Wiesbaden 2018: Springer VS. [[https://doi.org/10.1007/978-3-658-22827-9_14|DOI]] \\ Weshalb sich chinazentrierte Karten auch nicht in China durchsetzen, amerikazentrierte nicht in Amerika und gesüdete Karten nicht auf der Südhalbkugel.
  
 ==== Richtung und Himmelsrichtungen ==== ==== Richtung und Himmelsrichtungen ====
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 In den semitischen Sprachen bedeutete dasselbe Wort `Süd´ und `rechts´; im Jakutischen bedeutet //ilin// Ost und `Vorderseite´, //aryā// bedeutet West und `Rücken´, //una// bedeutet Süd und `rechts´ ((Sitzungsberichte der Finnischen Akademie der Wissenschaften 1962, S. 166)), ebenso bei den Tuareg: dat-akal 'vorne' > Osten, defter akal 'hinten' > Westen, tezalge 'links' > Norden, aghil 'rechts' > Süden  ([[https://en.wikipedia.org/wiki/Body_relative_direction|Body relative direction]]) . Die vier Hauptrichtungen (engl. cardinal directions) sind weltweit zu finden, werden jedoch oftmals ergänzt durch oben, unten und das Zentrum (die eigene Position); das indische System ordnet 10 Dikpalas den vier Hauptrichtungen, vier Nebenrichtungen, oben unten und Zentrum zu. Auf der Nordhalbkugel beginnen diese Ordnungen im Osten und schreiten im Uhrzeigersinn fort - das scheint jedoch bisher niemand systematisch vergleichend untersucht zu haben, obwohl körperbezogene Begriffe und Metaphernimmer wieder im Zusammenhang mit Raumvorstellungen und dem Weltbild erscheinen, etwa //Umbilicus mundi// 'Nabel der Welt' und //Caput mundi// 'Haupt der Welt'. In den semitischen Sprachen bedeutete dasselbe Wort `Süd´ und `rechts´; im Jakutischen bedeutet //ilin// Ost und `Vorderseite´, //aryā// bedeutet West und `Rücken´, //una// bedeutet Süd und `rechts´ ((Sitzungsberichte der Finnischen Akademie der Wissenschaften 1962, S. 166)), ebenso bei den Tuareg: dat-akal 'vorne' > Osten, defter akal 'hinten' > Westen, tezalge 'links' > Norden, aghil 'rechts' > Süden  ([[https://en.wikipedia.org/wiki/Body_relative_direction|Body relative direction]]) . Die vier Hauptrichtungen (engl. cardinal directions) sind weltweit zu finden, werden jedoch oftmals ergänzt durch oben, unten und das Zentrum (die eigene Position); das indische System ordnet 10 Dikpalas den vier Hauptrichtungen, vier Nebenrichtungen, oben unten und Zentrum zu. Auf der Nordhalbkugel beginnen diese Ordnungen im Osten und schreiten im Uhrzeigersinn fort - das scheint jedoch bisher niemand systematisch vergleichend untersucht zu haben, obwohl körperbezogene Begriffe und Metaphernimmer wieder im Zusammenhang mit Raumvorstellungen und dem Weltbild erscheinen, etwa //Umbilicus mundi// 'Nabel der Welt' und //Caput mundi// 'Haupt der Welt'.
  
-  * ''Alexander V. Podossinov''\\ //Oben und unten. Begriffe der Raumorientierung in antiken Texten.//\\ In: K. Geus, M. Rathmann (Hg.): [[vermessung|Vermessung]] der Oikumene. Mapping the Oecumene. Berlin 2013: Walter de Gruyter, S. 5–23+  * ''Alexander V. Podossinov''\\ //Oben und unten. Begriffe der Raumorientierung in antiken Texten.//\\ In: K. Geus, M. Rathmann (Hg.): [[vermessen_raum|Vermessung]] der Oikumene. Mapping the Oecumene. Berlin 2013: Walter de Gruyter, S. 5–23
   * ''Kugler, Hartmut''\\ //Himmelsrichtungen und Erdregionen auf mittelalterlichen Weltkarten.//\\ S. 175–199 in: Glauser, Jürg; Kiening, Christian (Hg.): Text-Bild-Karte. Kartographie der Vormoderne. Freiburg i. Br. 2007: Rombach   * ''Kugler, Hartmut''\\ //Himmelsrichtungen und Erdregionen auf mittelalterlichen Weltkarten.//\\ S. 175–199 in: Glauser, Jürg; Kiening, Christian (Hg.): Text-Bild-Karte. Kartographie der Vormoderne. Freiburg i. Br. 2007: Rombach
   * ''Christian Julien Robin''\\ //À propos de Ymnt et Ymn: "nord" et "sud", "droite" et "gauche", dans les inscriptions de l'Arabie antique.//\\ S. 119-140 in: F. Briquel-Chatonnet, C. Fauveaud, I. Gajda (Hg.): Entre Carthage et l'Arabie heureuse. Mélanges offerts à François Bron, Paris 2013: De Boccard. (= Orient et Méditerranée, 12)   * ''Christian Julien Robin''\\ //À propos de Ymnt et Ymn: "nord" et "sud", "droite" et "gauche", dans les inscriptions de l'Arabie antique.//\\ S. 119-140 in: F. Briquel-Chatonnet, C. Fauveaud, I. Gajda (Hg.): Entre Carthage et l'Arabie heureuse. Mélanges offerts à François Bron, Paris 2013: De Boccard. (= Orient et Méditerranée, 12)
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     *  ''Jean Audiat''\\ //Joseph Cuillandre, La droite et la gauche dans les poèmes homériques en concordance avec la doctrine pythagoricienne et avec la tradition celtique, 1944.//\\ Revue des Études Anciennes, 48.1-2 (1946) 122-125. [[https://www.persee.fr/doc/rea_0035-2004_1946_num_48_1_3341_t1_0122_0000_2|Online]]      *  ''Jean Audiat''\\ //Joseph Cuillandre, La droite et la gauche dans les poèmes homériques en concordance avec la doctrine pythagoricienne et avec la tradition celtique, 1944.//\\ Revue des Études Anciennes, 48.1-2 (1946) 122-125. [[https://www.persee.fr/doc/rea_0035-2004_1946_num_48_1_3341_t1_0122_0000_2|Online]] 
  
-==== Himmelsrichtungen nach den Winden ====+==== Die Richtungen der Winde im Mediterraneum ====
  
 Die seefahrenden Völker im Mediterraneum entwickelten dagegen die [[windrose|Windrose]] mit insgesamt 8 (12 oder 16) Haupt- und Nebenrichtungen, die durch den Namen typischer Winde bezeichnet wurde ((siehe [[https://de.wikipedia.org/wiki/Windrose|Windrose]] in Wikipedia)). ''Karl der Große'' (747 bis 814) führte für sein ausgedehntes Reich das lateinische und das germanische System zusammen ((//Einhardi vita Caroli Magni//, 29: »tem venos duodecim propriis appellationibus insignivit; cum prius non amplius quam vix quattuor ventorum vocabula possent inveniri.\\ Ventis vero hoc modo nomina imposuit, ut Subsolanum vocaret Ostronivint, Eurum Ostsundroni, Euroaustrum Sundostroni, Austrum Sundroni, Austroafricum Sundwestroni, Africum Westsundroni, Zefyrum Westroni, Chorum Westnordroni, Circium Nordwestroni, Septemtrionem Nordroni, Aquilonem Nordostroni, Vulturnum Ostnordroni.«)): Die seefahrenden Völker im Mediterraneum entwickelten dagegen die [[windrose|Windrose]] mit insgesamt 8 (12 oder 16) Haupt- und Nebenrichtungen, die durch den Namen typischer Winde bezeichnet wurde ((siehe [[https://de.wikipedia.org/wiki/Windrose|Windrose]] in Wikipedia)). ''Karl der Große'' (747 bis 814) führte für sein ausgedehntes Reich das lateinische und das germanische System zusammen ((//Einhardi vita Caroli Magni//, 29: »tem venos duodecim propriis appellationibus insignivit; cum prius non amplius quam vix quattuor ventorum vocabula possent inveniri.\\ Ventis vero hoc modo nomina imposuit, ut Subsolanum vocaret Ostronivint, Eurum Ostsundroni, Euroaustrum Sundostroni, Austrum Sundroni, Austroafricum Sundwestroni, Africum Westsundroni, Zefyrum Westroni, Chorum Westnordroni, Circium Nordwestroni, Septemtrionem Nordroni, Aquilonem Nordostroni, Vulturnum Ostnordroni.«)):
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   * ''Malone, K.''\\ //King Alfred's North:  Osti, Este. A Study in Medieval Geography//\\ Speculum 5 (1930) 139−167. [[https://doi.org/10.2307/2848364|Online]]   * ''Malone, K.''\\ //King Alfred's North:  Osti, Este. A Study in Medieval Geography//\\ Speculum 5 (1930) 139−167. [[https://doi.org/10.2307/2848364|Online]]
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 ==== Himmelsrichtungen nach dem Stand der Sonne ==== ==== Himmelsrichtungen nach dem Stand der Sonne ====
  
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 ^ litauisch | rytai | vakarai | šiaurė| pietūs |  ^ litauisch | rytai | vakarai | šiaurė| pietūs | 
 ^ baskisch | ekialdea | mendebaldea | iparraldea | hegoaldea |  ^ baskisch | ekialdea | mendebaldea | iparraldea | hegoaldea | 
-==== Europäische Richtungen ==== 
  
-[[wiki:europa|Europa]] hat von allen Kontinenten den größten Küstenanteil im Verhältnis zur Fläche und ist daher durch seine großen Flüsse gegliedert, die im Großen und Ganzen den Himmelsrichtungen und den [[wiki:ozeane|Meeren]] entsprechen, in die sie fließen:+==== Die Richtungen der Flüsse in Nordeuropa ==== 
 + 
 +[[wiki:europa|Europa]] hat von allen Kontinenten den größten Küstenanteil im Verhältnis zur Fläche und ist daher durch seine großen [[gewaesser|Flüsse]] gegliedert, die im Großen und Ganzen den Himmelsrichtungen und den [[wiki:ozeane|Meeren]] entsprechen, in die sie fließen:
   * nach Osten fließen die Donau ins Schwarze Meer und der Po in die Adria;   * nach Osten fließen die Donau ins Schwarze Meer und der Po in die Adria;
   * nach Süden fließen die Rhone ins Mittelmeer sowie Don und Dnjepr ins Schwarze Meer;   * nach Süden fließen die Rhone ins Mittelmeer sowie Don und Dnjepr ins Schwarze Meer;
   * nach Westen fließen die Loire und die meisten iberischen Flüsse außer dem Ebro;    * nach Westen fließen die Loire und die meisten iberischen Flüsse außer dem Ebro; 
   * nach Norden fließen alle Flüsse zwischen Dwina (Russland) und Seine (Frankreich) und münden ins Polarmeer, in die Ostsee und in die Nordsee.   * nach Norden fließen alle Flüsse zwischen Dwina (Russland) und Seine (Frankreich) und münden ins Polarmeer, in die Ostsee und in die Nordsee.
-    ''PrideauxBruce'' & ''CooperMalcom'' (Hg.)\\ //River tourism.//\\ Wallingford 2009: CABI +  nach Norden fließen auch ObJenissei und Lenadie großen sibirischen Flüsse. 
-    * ''Rhoden, Steven'', Kaaristo, Maarja\\ //LiquidnessConceptualising Water Within Boating Tourism.//\\ Annals of Tourism Research, 81 (2020[[https://doi.org/10.1016/j.annals.2019.102854|DOI]]  + 
-    * ''Vallerani Francesco'', ''Visentin Francesco'' (Hg.)\\ //Waterways and the cultural landscape.//\\ London 2018Routledge+Frühe russische Karten waren oft gesüdet. ((Dazu auch Fußnote 32 in: LA. Goldenberg: Russian Cartography to ca. 1700. [[https://press.uchicago.edu/books/hoc/HOC_V3_Pt2/HOC_VOLUME3_Part2_chapter62.pdf|Online]]\\ ''Leo Bagrow''\\ //Semyon RemezovA Siberian Cartographer//\\ Imago Mundi 11 (1954114.\\ ''Leo Bagrow'' (Hg. und Einführung\\ //The Atlas of Siberia by Semyon URemezov//\\ S.-Gravenhage 1958Mouton, u. a. Faksimile der Kompilationen von Semjon Remesow von 1697-1711. )) Zum Einen wurde die Expansion vom russischen Zentrum aus gesehen und erfolgte daher überwiegend nach Süden. Zum Anderen folgte die Erkundung vom Meer aus über die Flüsse, also ebenfalls von Norden nach Süden. Die Dynamik der Expansion bestimmt die Blickrichtung
-    * ''KaaristoMaarja'', ''RhodenSteven''\\ //Everyday Life and Water Tourism Mobilities: Mundane Aspects of Canal Travel.//\\ Tourism Geographies, 19.1 (201778-95.+ 
 +//>>Russian cartography before the eighteenth century knew none of the mathematics and geographic  fundamentals practiced in Western Europe to map vast areas of the earth’s surface by using latitude and longitude coordinatesprojectionand scale. Instead, a single cartographic canvas was composed of structurally heterogeneous materials, which were spatially arranged around the “skeleton” of routes. These routes extended along main rivers and roads. The orientation of such routes as parts of a complete drawing was facilitated by the fact that the main rivers in European Russia flow in the direction of the meridians.<<// ((''PostnikovAlexei V.''\\ //Outline of the history of Russian cartography.//\\ Kap. 1 S.5 in: Kimitaka Matsuzato (Hg.): Regions. A Prism to View the Slavic-Eurasian WorldTowards a Discipline of “Regionology, Sapporo 2000: Slavic Research Center, Hokkaido University.)) 
 + 
 +==== Richtung und Sehnsucht ====
  
 Migrationen, die den Flüssen folgen, folgen in Europa daher auch den Himmelsrichtungen. Auf lange Sicht gesehen, führten dabei zwei Richtungen in Sackgassen: Migrationen, die den Flüssen folgen, folgen in Europa daher auch den Himmelsrichtungen. Auf lange Sicht gesehen, führten dabei zwei Richtungen in Sackgassen:
   * in den Norden, weil es mit dem //Nordkap// einen eindeutig nördlichsten Ort gibt;   * in den Norden, weil es mit dem //Nordkap// einen eindeutig nördlichsten Ort gibt;
-  * in den Westen, weil es mit dem //Cap Finisterre// einen westlichsten Ort gibt, der auf dem Landweg zu erreichen ist, vergleichbar mit dem südwestlichsten, dem Cabo de São Vicente am Ponta de Sagres, und  Land’s End in Cornwall, dem westlichsten Punkt Englands.+  * in den Westen, weil es mit dem //Cap Finisterre// einen westlichsten Ort gibt, der auf dem Landweg zu erreichen ist, vergleichbar mit dem südwestlichsten, dem Cabo de São Vicente am Ponta de Sagres, und Land’s End in Cornwall, dem westlichsten Punkt Englands.
     * ''Callaghan, R., Scarre, C.''\\ //Biscay and Beyond? Prehistoric Voyaging between two Finisterres.//\\ Oxford Journal of Archaeology, 36 (2017) 355–373 [[https://doi.org/10.1111/ojoa.12119|DOI]]     * ''Callaghan, R., Scarre, C.''\\ //Biscay and Beyond? Prehistoric Voyaging between two Finisterres.//\\ Oxford Journal of Archaeology, 36 (2017) 355–373 [[https://doi.org/10.1111/ojoa.12119|DOI]]
     * ''P. Nymoen''\\ //Boats for Rivers and Mountains. Sources for New Narratives about River Travel?//\\ The International Journal of Nautical Archaeology 37 (2008) 3–16.     * ''P. Nymoen''\\ //Boats for Rivers and Mountains. Sources for New Narratives about River Travel?//\\ The International Journal of Nautical Archaeology 37 (2008) 3–16.
     * ''Simon Schama''\\ //Der Traum von der Wildnis. Natur als Imagination//.\\ 704 S. München 1996: Kindler. [[http://bvbr.bib-bvb.de:8991/exlibris/aleph/a23_1/apache_media/QEFH8LQPP4SUVD4M7Q5DFAKHRMHEX6.pdf |Inhalt]].\\ Im Vorwort Gedanken über die Rolle von Flüssen in der europäischen [[wiki:expansion|Expansion]].     * ''Simon Schama''\\ //Der Traum von der Wildnis. Natur als Imagination//.\\ 704 S. München 1996: Kindler. [[http://bvbr.bib-bvb.de:8991/exlibris/aleph/a23_1/apache_media/QEFH8LQPP4SUVD4M7Q5DFAKHRMHEX6.pdf |Inhalt]].\\ Im Vorwort Gedanken über die Rolle von Flüssen in der europäischen [[wiki:expansion|Expansion]].
 +    * ''Vallerani Francesco'', ''Visentin Francesco'' (Hg.)\\ //Waterways and the cultural landscape.//\\ London 2018: Routledge.
  
 Die griechischen Beschreibungen der bekannten Welt beginnen im Westen, wo der Tag endet. ((dazu ausführlich: ''Hübner, Wolfgang''\\ //Mythische Geographie.//\\ S. 19-32 in: Wolfgang Hübner, Germaine Aujac (Hg.): Geographie und verwandte Wissenschaft. (=Geschichte der Mathematik und der Naturwissenschaften in der Antike, 2) 258 S. Stuttgart 2000: F. Steiner.)) Dass man an den Enden der [[wiki:welt|Welt]] jedoch festen Boden verließ, Segel setzte und losfuhr in die [[wiki:leere|Leere]], dem [[wiki:horror vacui|horror vacui]] entgegen, war eher nicht absehbar. Manchmal ist eben etwas Druck nötig. ''Erik der Rote'' musste Norwegen und Island verlassen wegen seiner Morde, fuhr also dorthin, wo ihn niemand kannte. Die griechischen Beschreibungen der bekannten Welt beginnen im Westen, wo der Tag endet. ((dazu ausführlich: ''Hübner, Wolfgang''\\ //Mythische Geographie.//\\ S. 19-32 in: Wolfgang Hübner, Germaine Aujac (Hg.): Geographie und verwandte Wissenschaft. (=Geschichte der Mathematik und der Naturwissenschaften in der Antike, 2) 258 S. Stuttgart 2000: F. Steiner.)) Dass man an den Enden der [[wiki:welt|Welt]] jedoch festen Boden verließ, Segel setzte und losfuhr in die [[wiki:leere|Leere]], dem [[wiki:horror vacui|horror vacui]] entgegen, war eher nicht absehbar. Manchmal ist eben etwas Druck nötig. ''Erik der Rote'' musste Norwegen und Island verlassen wegen seiner Morde, fuhr also dorthin, wo ihn niemand kannte.
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   * ''Dieter Richter''\\ //Der Süden. Geschichte einer Himmelsrichtung.//\\ 218 S. Literaturverz. S. 209-213 Berlin 2009: Wagenbach.   * ''Dieter Richter''\\ //Der Süden. Geschichte einer Himmelsrichtung.//\\ 218 S. Literaturverz. S. 209-213 Berlin 2009: Wagenbach.
  
-Während im Norden und Westen lange Zeit nur das [[wiki:das_ende_der_welt|das Ende der Welt]] zu finden war, wurden Süden und Osten zu Zielen der [[wiki:sehnsucht|Sehnsucht]]; wurden [[wiki:bild_afrika|Afrika]] und [[wiki:bild_orient|Orient]] zu Räumen der [[wiki:phantasie|Phantasie]], wurden in der Vorstellung zu einem [[wiki:weites_land|weiten Land]] und bildeten [[wiki:weisse_flecken|weiße Flecken]] in Vorstellungen und auf [[wiki:kartographie|Landkarten]].\\ +Während im Norden und Westen lange Zeit nur das [[wiki:das_ende_der_welt|das Ende der Welt]] zu finden war, wurden Süden und Osten zu Zielen der [[wiki:sehnsucht|Sehnsucht]]; wurden [[wiki:bild_afrika|Afrika]] und [[wiki:bild_orient|Orient]] zu Räumen der [[wiki:phantasie|Phantasie]], wurden in der Vorstellung zu einem [[wiki:weites_land|weiten Land]] und bildeten [[wiki:weisse_flecken|weiße Flecken]] in Vorstellungen und auf [[wiki:kartographie|Landkarten]]. 
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 +==== Orientieren & Messen ==== 
 Die ältesten T-O-Karten waren ebenso geostet wie die ältesten Kirchen und bei vielen Bestattungsformen liegen oder blicken die Bestatten gen Osten. Wer also auf der Karte Orientierung oder in der Kirche Zuversicht und Erleuchtung suchte, blickte in den Orient - //[[wiki:ex oriente lux|ex oriente lux]]// - doch dass die Sonne im Osten aufgeht, ist ein Gerücht, denn dort sieht man sie nur am 21. März und am 23. September. Die ältesten T-O-Karten waren ebenso geostet wie die ältesten Kirchen und bei vielen Bestattungsformen liegen oder blicken die Bestatten gen Osten. Wer also auf der Karte Orientierung oder in der Kirche Zuversicht und Erleuchtung suchte, blickte in den Orient - //[[wiki:ex oriente lux|ex oriente lux]]// - doch dass die Sonne im Osten aufgeht, ist ein Gerücht, denn dort sieht man sie nur am 21. März und am 23. September.
  
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 Sich am Sonnenstand zu orientieren, setzt also Erfahrung und [[wiki:wissen|Wissen]] voraus und an den meisten Tagen im Jahr auch noch Mathematik. Dies ergibt eine [[wiki:weltbild|Vorstellung]] (innere Karte), eine [[wiki:weg|Wegbeschreibung]] im Gespräch mit anderen und eine [[wiki:kartographie|Landkarte]], um das Wissen zu speichern. Sich am Sonnenstand zu orientieren, setzt also Erfahrung und [[wiki:wissen|Wissen]] voraus und an den meisten Tagen im Jahr auch noch Mathematik. Dies ergibt eine [[wiki:weltbild|Vorstellung]] (innere Karte), eine [[wiki:weg|Wegbeschreibung]] im Gespräch mit anderen und eine [[wiki:kartographie|Landkarte]], um das Wissen zu speichern.
  
-Dass Karten nicht mehr geostet wurden wurden ist der Kompassnadel zu verdanken, die sich in Nord-Süd-Richtung  ausrichtet. Daher wurden in China und im arabischen Raum die Karten gesüded, in Europa genorded. In [[wiki:europa|Europa]] nutzte man die Kompassnadel etwa ab 1200. Zum Ende des [[wiki:reisegenerationen#Ab dem 12. Jahrhundert|13. Jahrhunderts]] kombinierte man die bereits lange bekannte Windrose mit dem Kompass. Dadurch wurden die Segelanweisungen nicht mehr in Textform ([[wiki:periplus|Periplus]], Portolan) sondern als Portolankarte mit Richtungsnetzen gespeichert. Die Konvention Karten zu norden, setzte sich langsam bis zum [[wiki:reisegenerationen#Ab dem 17. Jahrhundert|17. Jahrhundert]] durch. +Dass Karten nicht mehr geostet wurden wurden ist der Kompassnadel zu verdanken, die sich in Nord-Süd-Richtung  ausrichtet. Daher wurden in China und im arabischen Raum die Karten gesüded ((''Anne Dorothee von den Brinken''\\ //Die stumme Weltkarte im Bodleian Douce 319. Ein arabisches Dokument in einer abendländischen Handschrift//\\ S. 719-732 in: Wissen über Grenzen, Arabisches Wissen und lateinisches Mittelalter. Berlin 2006: Walter de Gruyte,)), in Europa genorded. In [[wiki:europa|Europa]] nutzte man die Kompassnadel etwa ab 1200. Zum Ende des [[wiki:reisegenerationen#Ab dem 12. Jahrhundert|13. Jahrhunderts]] kombinierte man die bereits lange bekannte Windrose mit dem Kompass. Dadurch wurden die Segelanweisungen nicht mehr in Textform ([[wiki:periplus|Periplus]], Portolan) sondern als Portolankarte mit Richtungsnetzen gespeichert. Die Konvention Karten zu norden, setzte sich langsam bis zum [[wiki:reisegenerationen#Ab dem 17. Jahrhundert|17. Jahrhundert]] durch.
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 Die Notwendigkeit sich in der Natur orientieren zu müssen führte Die Notwendigkeit sich in der Natur orientieren zu müssen führte
   * über die Beobachtung des Raumes zur [[geographie_und_reisen|Geographie]];   * über die Beobachtung des Raumes zur [[geographie_und_reisen|Geographie]];
   * über das [[wiki:orientierung|Orientieren]] am Stand von Sonne, Mond und Sternen zur //Astronomie//;   * über das [[wiki:orientierung|Orientieren]] am Stand von Sonne, Mond und Sternen zur //Astronomie//;
-  * über das Messen von Punkten, Flächen, Längen und Richtungen zur [[wiki:Vermessung|Vermessung]];+  * über das Messen von Punkten, Flächen, Längen und Richtungen zur [[wiki:vermessen_raum|Vermessung]];
   * über das systematische Speichern der erfassten Informationen zur [[wiki:kartographie|Kartographie]];   * über das systematische Speichern der erfassten Informationen zur [[wiki:kartographie|Kartographie]];
   * über das kulturbedingte Glaubenssystem zum [[wiki:weltbild|Weltbild]].   * über das kulturbedingte Glaubenssystem zum [[wiki:weltbild|Weltbild]].
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