Unterwegs im 13. Jahrhundert
Technik: Ausrüstung, Transport & Verkehr
Andrea, Alfred John
The relationship of sea travellers and excommunicated captains under thirteenth-century canon law .
The mariner's mirror, 68 (1982) 203-209
Jean Deloche
Itinerary Measures and Milestones in Thirteenth Century Tamil Country.
S. 597-603 in: Filliozat, P.-S., S. P. Narang, C. P. Bhatta (Hg.): Pandit N. R. Bhatt Felicitation Volume. Delhi 1994: Motilal Banarsidass.
Fouquet, G.
Kaufleute auf Reisen. Sprachliche Verständigung im Europa des 14. und 15. Jahrhunderts.
S. 465–487 in: R.C. Schwinges (Hg.): Europa im späten Mittelalter. Politik – Gesellschaft – Kultur. München 2006: Oldenbourg.
Friedrich Ludwig
Untersuchungen über die Reise- und Marschgeschwindigkeit im XII. und XIII. Jahrhundert.
Diss. Strassburg X, 193 S. Mittler, Berlin, 1897
Online
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Das Prinzip des Kompasses - die sich ausrichtende Magnetnadel - war bereits in der Antike bekannt. Wann dies erstmals zur Orientierung genutzt wurde, verliert sich im Dunkeln. Nachweislich wurde dies in China rund 100 Jahre früher genutzt als in Europa. Dass Karten nicht mehr geostet wurden wurden ist also der Kompassnadel zu verdanken, die sich in Nord-Süd-Richtung ausrichtet. Allerdings wurden in China die Karten gesüded, in Europa genorded. Dabei verschob in Europa die magisch anmutende Kraft des Magnetismus die Weltsicht, denn der Blick nach Osten war auch immer der Blick nach Jerusalem und zum Heiligen Land.
Vermutlich übernahmen europäische Seeleute diese Anwendung während der Kreuzzüge von arabischen Seeleuten. Weil jedoch die Küstenschifffahrt keinen Kompass benötigt und die Schifffahrt im Indischen Ozean durch das vorhersehbare System der Passatwinde bestimmt war, brachte der Kompass Vorteile besonders auf offener See, in unbekannten Gewässern mit unbekannten Klimata. Möglicherweise hat die Expansion der Wikinger davon profitiert, bevor die Suche einer Seeroute nach Indien dringlich wurde.
1187 beschrieb der englische Gelehrte Alexander Neckam, dass eine schwimmende Nadel von Seeleuten zur Orientierung genutzt wurde, indem diese in Nord-Süd-Richtung zeigte (»nasser Kompass«, Magnetnadel).
1269 beschreibt Petrus Peregrinus de Maricourt in Epistola de magnete erstmals den trockenen Kompass, bei dem eine Magnetnadel drehbar auf einem Stift gelagert ist.
Im letzten Viertel des 13. Jahrhunderts entstand die älteste überlieferte Portolankarte, die »Pisaner Karte«. Neu daran war, dass die
Windrose mit dem Kompass kombiniert wurde. Dadurch lag es nahe, die Segelanweisungen nicht mehr in Textform (
Periplus, Portolan) sondern als
Portolankarte mit Richtungsnetzen zu speichern.
Livieratos, Evangelos,
Boutoura Chrysoula
Carte Pisane and its coastline shape
e-Perimetron, 13.3 (2018) 161-181.
Online
1375 zeichnete
Abraham Cresques (1325 Mallorca–um 1387), auch Avram Cresques, den Katalanischen Atlas. Erstmals findet sich darin die Kompassrose und belegt, dass Kompass und Karte zur
Navigation kombiniert wurden.
Um 1400 werden Kompass und Windrose zusammen in einem Gehäuse gefasst.
Um 1455 konstruierte
Georg von Peuerbach (1423–1461) den ersten Kompass mit eingezeichneter Missweisung (Deklination), weil er eine Klappsonnenuhr mit Kompass für den Gebrauch unterwegs baute (
Abbildung). Diese zeigte genauere Ergebnisse, wenn die Abweichung zwischen magnetischem und geographischem Norden berücksichtigt werden konnte.
Ab 1534 fand die Idee Leonardo da Vincis (1452–1519), das Kompassgehäuse kardanisch aufzuhängen, Eingang in die Praxis und setzte sich schnell in ganz Europa durch.
Robert Norman (vor 1560–nach 1596) entdeckte, dass die Magnetnadel sich einseitig neigt (Inklination) und glich dies durch ein Gegengewicht aus.
Die Konvention Karten zu norden, setzte sich langsam bis zum
17. Jahrhundert durch.
Jede dieser Maßnahmen erweiterte den Anwendungsbereich und verbesserte die Genauigkeit der Richtungsbestimmung und verbesserte insgesamt die Fähigkeiten der Navigation. Ergänzend dazu wurden auch andere Verfahren entwickelt, so etwa die Ortsbestimmung und die Zeitbestimmung.
1244 Die älteste erhaltene Boten-, Maut- und Zollordnung wurde am 28. Mai 1244 in Stahrenberg/Donau (Niederdonau) von Friedrichs II., Herzog von Österreich und der Steiermark (um 1210-1246) unterschrieben. Sie befindet sich heute im Deutschen Postmuseum, Frankfurt am Main.
1282 verkauften deutsche Hausierer venezianisches Glas „qui portant vitra ad dorsum“
1)
Erfahrungen & Entdeckungen
Zeitleisten-Synopse
Vereinzelte Reisen
1235 Frère Julien, =frère Julianus Sinor, Denis
Un voyageur du treizième siècle: le Dominicain Julien de Hongrie
Bulletin of the School of Oriental and African Studies, 14 (1952) 589-602
1251 Alain Venturini
Un compte de voyage par voie de terre de Manosque à Gênes en 1251
Provence Historique, 45 (1995) 25-48
1253 Ruysbroek, Willem van
Der Bericht des Franziskaners Wilhelm von Rubruk über seine Reise in das Innere Asiens in den Jahren 1253/1255.
Erste vollständige Übersetzung aus dem Lateinischen, hrsg. und bearb. von Hermann Herbst. Leipzig 1925: Griffel.
1257-58 Almazan, Vincent C.
El viaje de la princesa Cristina a Valladolid (1257-58) segun la saga islandesa del rey hakon.
Archivos Leoneses: Revista de Estudios y Documentación de los Reinos Hispano-Occidentales 37 (1983) 101−110
um
1276 besteigt
Peter III. von Aragón den
Monte Canigou, beschrieben 1285 von
Salimbene 2), vermutlich aus
Neugier, mit dem Blick des
Einzelnen auf »die Natur« und ein neues
Weltbild.
1284 Burchard von Monte Sion
Mehr, Christian
Vor Petrarca: Die Bergbesteigung eines Mönchs auf Vulcano.
Archiv für Kulturgeschichte 101.2 (2019) 317−346.
D'Avezac, Marie-Armand
L'expédition génoise des frères Vivaldi à la découverte de la route maritime des Indes Orientales au XIIIe siècle, extrait des Nouvelles Annales des Voyages (Septembre 1859), [seguido de] „Un mot encore sur les navigations génoises du XIIIe siècle. Post-scriptum à ma lettre du 8 aout dernier“
19, 4 S. Paris 1859: Arthus Bertrand.
Verlinden, Charles
Boudewijn van Henegouwen, een onbekend reiziger door Azië uit de XIIIe eeuw.
Tijdschrift voor geschiedenis 65 (1952) 122–129
Chau Ju-kua, his work on the Chinese and Arab trade in the Twelth and Thirteenth centuries entitled Chu-fan-chï
(=Islamic world in foreign travel accounts, 73) X, 288, 2 [70] S. Frankfurt am Main, 1996: Institute for the History of Arabic-Islamic Science at the Johann Wolfgang Goethe University. (=Reprint St. Petersburg, 1911)
Literatur
Bertold Altaner
Die Dominikanermissionen des 13. Jahrhunderts.
Forschungen zur Geschichte der kirchlichen Unionen und der Mohammedaner- und Heidenmission des Mittelalters (= Breslauer Studien zur historischen Theologie, 2). Habelschwerdt 1924: Frankes Buchhandlung
François Angelier
Dictionnaire des Voyageurs et Explorateurs occidentaux du XIIIe au XXe siècle.
Paris 2011: Pygmalion: Éditions Flammarion.
Ingrid Baumgärtner
Weltbild und Empirie. Die Erweiterung des kartographischen Weltbilds durch die Asienreisen des späten Mittelalters.
S. 11−48 in: Gerhard Henke-Bockschatz (Hg.): Geschichte und historisches Lernen. Jochen Huhn zum 65. Geburtstag. Kassel 1995: Jenior & Pressler. Die Entwicklung der Asienreisen wird ab dem 13. Jahrhundert dargestellt, beginnend mit Carpini.
Steven Epstein
Purity lost : transgressing boundaries in the Eastern Mediterranean, 1000-1400.
XIII, 250 S. Baltimore 2007: Johns Hopkins Univ. Press,
Inhalt
Kurmann, Peter
Mobilité des artistes ou mobilité des modèles?
à propos de l'atelier des sculpteurs rémois au XIIIe siècle.
Revue De L'art / Ministère De L'Education Nationale, De La Recherche Et De La Technologie ; Centre National De La Recherche Scientifique. 1998 Publ. Sous L'égide Du Comité Français D'Histoire De L'Art, Avec Le Concours Du Ministère De La Culture. 23-34.
East meets west: maritime Seidenstrasse im 13. bis 17. Jahrhundert.
= Dong-xi hui liu : 13 zhi 17 shiji de haishang Sichouzhilu.
= East meets west : the maritime silk road during the 13th-17th centuries.
Ausstellung im Internationalen Maritimen Museum Hamburg vom 08.06.−10.09.2017. Hamburg 2017: Koehlers.
Mit Funden von den Schiffswracks Nan Hai No.1. und Nan Ao No.1., die vor der südchinesischen Küste geborgen wurden.
→ Liste der Ausstellungen
→ Ausstellungen: Reisen in den Osten (Orient)
→ Das Bild des Orients
Raum und Orientierung
Karte, Kartographen & Kartographie
Der Blick von außen
E. Bretschneider
Mediaval researches from eastern Asiatic sources. [=Fragments Towards the Knowledge of the Geography and History of Central and Western Asia from the 13th to the 17th Century] essays [pub. 1875-77] London 1910: K. Paul, Trench, Trübner. Eine durchgesehene und verbesserte Ausgabe von drei Essays, publiziert 1875–77 Shanghai. [Reprint 2013], u.a.:
Gasparis, C.
Migration and Ethnicity in the Venetian Territories of the Eastern Mediterranean (13th to 15th Century)
Kapitel 7, S. 193–221 in: Johannes Preiser-Kapeller, Lucian Reinfandt, Yannis Stouraitis (Hg.): Migration. Histories of the Medieval Afroeurasian Transition Zone. Aspects of mobility between Africa, Asia and Europe, 300-1500 C.E. Leiden 2020: Brill.
DOI
Gregor, Helmut
Das Indienbild des Abendlandes bis zum Ende des 13. Jahrhunderts. 126 S. Wien 1964: Universitat (Wiener Dissertationen aus dem Gebiete der Geschichte)
Reichert, Folker
Chinas Beitrag zum Weltbild der Europäer: Zur Rezeption der Fernostkenntnisse im 13. und 14. Jahrhundert.
In: Das geographische Weltbild um 1300 = Zeitschrift für historische Forschung, Beiheft 6 (1989) 33-57.
Schmieder, Felicita
Europa und die Fremden
Die Mongolen im Urteil des Abendlandes vom
13. bis in das 15. Jahrhundert
Beiträge zur Geschichte und Quellenkunde des Mittelalters 16, Sigmaringen 1994.
Ausstellungen
→ Liste der Ausstellungen rund ums Reisen
2012 Les cartes portulans conservées en France.
Ausstellung in der Bibliothèque nationale de France BnF, Paris Sommer 2012.
Hélène Richard, Catherine Hofmann.
Description, identification et numérisation des cartes et atlas portulans produits du
XIIIe au
XVIIIe siècle, conservés dans les collections publiques françaises. Bibligraphie
Online 600 Karten mit 427 Quellen.
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